11/07/2026
📢 Offener Brief an die Bundestags- und Landtagsabgeordneten sowie an die Bundesministerin für Wirtschaft und Energie
Betreff: Die Wärmewende braucht Planungssicherheit – nicht politische Überraschungen
Sehr geehrte Damen und Herren,
ich wende mich heute mit großem Unverständnis und erheblichem Unmut an Sie.
Als Geschäftsführer eines SHK-Handwerksbetriebs im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald erlebe ich täglich die Auswirkungen politischer Entscheidungen – nicht in der Theorie, sondern bei unseren Kunden, auf unseren Baustellen und in den Gesprächen mit meinen Mitarbeitern.
Wir sind diejenigen, die die Wärmewende tatsächlich umsetzen.
Wir...
• beraten Hausbesitzer
• planen Heizungsanlagen
• installieren Wärmepumpen
• bilden junge Menschen aus
• schaffen Arbeitsplätze
• erwirtschaften mit unserer täglichen Arbeit die Steuereinnahmen unseres Landes
Umso unverständlicher ist für mich, wie mit den jüngsten Änderungen der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) umgegangen wurde.
Dass Förderprogramme angepasst oder schrittweise reduziert werden, ist völlig nachvollziehbar. Niemand erwartet, dass Förderungen dauerhaft in gleicher Höhe bestehen bleiben.
Was wir erwarten, ist Planungssicherheit.
Wenn bereits heute festgelegt wird, dass sich Förderungen beispielsweise alle sechs Monate in planbaren Schritten verändern, können sich Kunden und Handwerk darauf einstellen.
Genau das ist Planungssicherheit.
Was jedoch nicht akzeptabel ist, sind kurzfristige politische Entscheidungen über Nacht.
Seit Bekanntwerden der Änderungen stehen unsere Telefone kaum noch still.
Unsere Mitarbeiter beantworten täglich dieselben Fragen:
• Bekomme ich die Förderung noch?
• Soll ich meinen Auftrag verschieben?
• Was gilt morgen?
• Kann ich mich auf politische Aussagen überhaupt noch verlassen?
Diese Unsicherheit müssen nicht Ministerien oder Behörden auffangen.
Diese Unsicherheit müssen wir Handwerksbetriebe jeden Tag unseren Kunden erklären.
Das schafft kein Vertrauen.
Es schafft Verunsicherung.
Und genau diese Verunsicherung bremst Investitionen und gefährdet die Wärmewende.
Ebenso unverständlich ist für mich, wie solche Entscheidungen vorbereitet werden.
Wer über die Zukunft der Wärmewende entscheidet, muss diejenigen mit an den Tisch holen, die sie täglich in der Praxis umsetzen.
Dazu gehören:
• das SHK-Handwerk
• die SHK-Innungen
• der Zentralverband Sanitär Heizung Klima (ZVSHK)
Die praktische Erfahrung der Betriebe muss künftig deutlich stärker berücksichtigt werden.
Nur so entstehen Entscheidungen, die auch in der Realität funktionieren.
Wir brauchen keine politischen Überraschungen im Halbjahresrhythmus.
Wir brauchen:
• verlässliche Rahmenbedingungen
• nachvollziehbare Übergangsfristen
• politische Entscheidungen, auf die sich Bürger und Unternehmen verlassen können
Das Handwerk ist bereit, seinen Beitrag zu leisten.
Aber wir erwarten im Gegenzug Respekt für unsere Arbeit und die notwendige Planungssicherheit.
Die Wärmewende scheitert nicht am Handwerk.
Sie scheitert an fehlender politischer Verlässlichkeit.
Lassen Sie uns das tun, was wir jeden Tag erfolgreich tun:
• Menschen beraten
• Heizungen modernisieren
• die Wärmewende umsetzen
Dafür brauchen wir keine ständig wechselnden Förderprogramme.
Dafür brauchen wir Vertrauen. Planungssicherheit. Politische Entscheidungen mit Augenmaß.
Ich bitte Sie daher eindringlich, sich dafür einzusetzen, dass zukünftige Änderungen der Förderlandschaft:
• frühzeitig angekündigt werden
• mit ausreichenden Übergangsfristen versehen werden
• gemeinsam mit dem SHK-Handwerk entwickelt werden
Ich freue mich auf Ihre persönliche Stellungnahme.
Mit freundlichen Grüßen
Stefan Meier
Geschäftsführer
Stefan Meier Bad & Heizung GmbH