30/08/2026
„Quereinsteiger willkommen." Schreibst du das auch in deine Stellenanzeige?
Und drei Zeilen weiter steht dann: abgeschlossene Berufsausbildung erwünscht, mindestens drei Jahre Erfahrung. Der Satz und die Anforderungen stehen in derselben Anzeige, und sie widersprechen sich.
Der Mann, den du damit ansprechen willst, ist neunundzwanzig, arbeitet im Lager oder in der Produktion, und überlegt seit einem halben Jahr, ob er nochmal was Neues anfängt. Der liest willkommen, bekommt kurz Hoffnung, scrollt weiter, findet die Anforderungen und macht das Fenster zu. Nicht weil er faul ist, sondern weil er nicht der Idiot sein will, der sich auf eine Stelle bewirbt, für die er offensichtlich nicht gemeint ist.
Und das Bittere ist: Oft würdest du ihn nehmen. Du hast die Anforderungen nur aus der letzten Anzeige kopiert, weil da immer sowas drinsteht.
Ein Quereinsteiger braucht keine Einladung. Er braucht Planbarkeit. Er will wissen, was er nach acht Wochen bei dir kann und wer ihm das zeigt. Also schreib genau das hin: „Du kommst aus einem anderen Beruf, das ist okay. Die ersten acht Wochen fährst du mit Andreas mit und lernst Aufmaß, Zuschnitt und Montage." Oder: „Wir erwarten keine Ausbildung. Du solltest handwerklich geschickt sein und einen Führerschein haben, den Rest bringen wir dir bei." Oder: „Nach einem halben Jahr entscheiden wir zusammen, ob wir dich in die Umschulung schicken."
Und wenn du eine Ausbildung brauchst, dann schreib das ehrlich hin und lass das Wort Quereinsteiger komplett weg. Beides gleichzeitig kostet dich nur Bewerber, die sonst gekommen wären.
Kommentier EINSTIEG und wir schicken dir die drei Sätze für deine Anzeige.
*Ki generierte Inhalte