27/08/2026
«Mit dem kann man nicht arbeiten. Der tickt nicht richtig.»
Dieser Satz fällt in fast jedem Führungslehrgang. Im Team kostet er Energie. Nach einer Fehlbesetzung kostet er ein Vielfaches des Jahresgehalts. Und praktisch nie war die Fachlichkeit der Grund. Diese Woche habe ich zwölf Führungskräfte durch einen Lehrgang begleitet. Thema: Insights MDI. Der eine entscheidet in achtzehn Sekunden und korrigiert unterwegs. Die andere will erst alle Zahlen sehen – und hat am Ende recht. Keiner hat eine Schraube locker. Keiner ist von einem anderen Planeten. Die unbequemste Erkenntnis des Tages: Homogene Teams sind angenehm. Und mittelmässig. Erst das gemischte Team hat alle Kompetenzen im Raum. Der Preis dafür ist Reibung – und genau dafür wird Führung bezahlt.
Für eine Besetzung heisst das etwas Unangenehmes: Sympathie ist ein Spiegel, kein Kriterium. Der Kandidat, bei dem es sich im Gespräch am besten anfühlt, ist meistens der, der Ihnen am ähnlichsten ist.
Meine wichtigste Interviewfrage deshalb: «Welche Aufgabe in Ihrer letzten Rolle hat Sie Energie gekostet, obwohl Sie sie gut konnten?»
Menschen kündigen selten, weil sie etwas nicht können. Sie kündigen, weil sie täglich etwas tun, das gegen ihre Natur läuft.
Drei weitere Fragen und die ganze Geschichte im neuen Blogbeitrag:
https://www.extendis.ch/aktuelles/der-tickt-doch-nicht-richtig-der-teuerste-satz-in-ihrem-unternehmen
Was war die grösste Fehleinschätzung, die Sie bei einem Menschen korrigieren mussten?
Es gibt einen Satz, der in fast jedem Führungslehrgang fällt. Manchmal als Scherz, manchmal mit echtem Ärger dahinter: «Mit dem kann man einfach nicht arbeiten. Der tickt nicht richtig.» Gemeint ist selten Bosheit. Gemeint ist: Ich verstehe diesen Menschen nicht. Und weil ich ihn nicht verstehe...