20/10/2026
Medikamentenpreise in der Schweiz: Wer bestimmt, was wir bezahlen?
Steigende Gesundheitskosten und hohe Krankenkassenprämien beschäftigen viele Menschen in der Schweiz. Ein wichtiger Faktor sind die Ausgaben für Medikamente. 2023 wurden rund 10 Milliarden Franken für Arzneimittel aufgewendet, die von der obligatorischen Krankenversicherung übernommen wurden.
Ein zentraler Streitpunkt ist die Preisgestaltung patentgeschützter Medikamente. Während Patente den Unternehmen zeitweise eine starke Marktposition sichern, bleiben die tatsächlichen Forschungs- und Entwicklungskosten sowie die ausgehandelten Nettopreise häufig intransparent.
Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) prüft bei der Preisfestsetzung unter anderem die Wirtschaftlichkeit eines Medikaments. Dabei werden sowohl die Preise in neun Referenzländern als auch vergleichbare Therapien berücksichtigt. Bei besonders teuren Medikamenten kommen zunehmend Preismodelle mit Rückerstattungen und Rabatten zum Einsatz.
Die Organisation Public Eye kritisiert insbesondere die zunehmende Geheimhaltung solcher Rabatte. Sie argumentiert, dass fehlende Transparenz die Verhandlungsmacht der Pharmaunternehmen stärkt und eine unabhängige Beurteilung der tatsächlichen Kosten erschwert.
Damit stellt sich eine grundsätzliche Frage: Wie lässt sich der Zugang zu innovativen Therapien sichern, ohne die finanzielle Tragbarkeit des Gesundheitssystems aus den Augen zu verlieren?
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