27/03/2015
Der 5-Punkte-Plan für Ihren Traumjob
Ob Berufseinstieg, eine freiwillige oder unfreiwillige Jobsuche, dies ist in Deutschland inzwischen zu einer Herkulesaufgabe geworden. Ohne melancholisch zu werden, es war früher einfacher. Ein Schulabschluss, eine abgeschlossene Lehre, ein Studium, gepaart mit mittelmäßen Bewerbungsunterlagen und ein Bewerbungsgespräch waren ausreichend, um einen Job zu bekommen. Quereinsteiger in andere Berufe waren an der Tagesordnung. Eine Promotion war häufig die Garantie dafür, ein „großes Tier“ zu werden oder sogar einen Vorstandsposten zu ergattern.
Mit Beginn der 90-er wurden die Auswahlverfahren im Bewerbungsprozess strenger. Die Amerikanisierung begann. Assessmentcenter, Intelligenztests, Wissenstest, bearbeiten von Fallstudien oder kritische Fragen wurden Teil des Bewerbungsprozess. Ursprung, wie häufig, in Amerika entwickelt und dann Richtung Europa transportiert. Immer in der Überzeugung, dadurch bessere Mitarbeiter zu finden. Wir stehen diesen Auswahlverfahren inzwischen sehr skeptisch gegenüber. In großen Teilen bezweifeln wir auch den Sinn von solchen, oft mehrstufigen und langwierigen Auswahlprozessen, aber die Zeit ist nun mal so. Unser Unternehmen ist genau aus diesen Gründen entstanden, weil es heute kaum mehr möglich ist, alleine einen Job zu finden. Wir wollen Bewerbern helfen, diesen neuen Anforderungen gerecht zu werden. Alleine mit dem Ziel, dass Sie Ihren Traumjob finden.
01 Schaffen Sie das erfolgreiche Fundament für Ihren Traumjob
Um eine erfolgreiche Basis für Ihre Bewerbung zu schaffen, sollten Sie sich zuerst Gedanken machen, was Sie für eine erfolgreiche Bewerbung brauchen. Die Basis ist: ein Top-Bewerbungsbild, ein überzeugendes Anschreiben, ein erfolgsorientierter Lebenslauf, eine spannender Vortrag Ihrer Vita und gute Antworten auf kritische Fragen im Bewerbungsgespräch. Wie erwähnt, dies ist das Basispaket. Je nach Anforderungen kommen dann die Vorbereitungen auf ein Assessmentcenter, das Training auf Intelligenztests usw. hinzu. Für die Erarbeitung dieses Paketes brauchen Sie alleine mindestens einen Monat. Mit einem Bewerbungscoach geht dies deutlich schneller. In dieser kurzlebigen Zeit sollten Sie Ihr Paket bereit in der „Schublade“ haben. Für den Fall, dass Sie kurzfristig reagieren wollen oder müssen. Unser Rat: Fangen Sie noch heute damit an!
02 Planen Sie Ihre Bewerbungsstrategie wie ein Feldherr
Um an einen neuen Job zu kommen, gibt es verschiedenste Möglichkeiten. Fragen Sie bei beispielsweise bei Geschäftspartnern, Kunden oder Freunden nach, ob es für Sie eine adäquate Position gibt. Auf Empfehlung, dies ist sicherlich die leichteste Möglichkeit. 50% aller Jobs in Deutschland werden über diesen Weg vergeben. Mühsamer, definitiv ist, sich über die bekannten Jobportale einen neuen Job zu suchen. Initiativbewerbungen können ebenfalls Sinn machen, aber unserer Erfahrungen können Sie nur dann damit erfolgreich sein, wenn Sie über ein Spezialwissen verfügen.
Wenn Sie genügend „Kanäle“ aufgetan haben, stellt sich die Frage, wo haben Sie die größten Chancen. In Deutschland, leider, in einer ähnlichen Position und in der Branche in der Sie zuvor gearbeitet haben. Es ist bei uns Kultur, dass wir der festen Überzeugung sind, Sie können den Job nur, wenn Sie Ihn zuvor gemacht haben. Die Amerikaner ticken hier definitiv anders. Wenn Sie in einem Job dort erfolgreich waren, dann sind Sie es auch in einem anderen. Dies macht es insbesondere in Deutschland schwierig, sich in einer neuen Branche zu bewerben. Kann aber trotzdem, mit der richtigen Argumentation, funktionieren.
03 Setzen Sie auf Ihre Stärken
Häufig sind wir uns nicht bewusst, was unsere Stärken sind. Bevor Sie sich über mehrere Wochen selbst analysieren, fragen Sie Personen denen Sie vertrauen. Das kann Ihr Partner, Ihr Chef oder ein guter Freund sein. Schreiben Sie anschließend alle Punkte auf ein Blatt Papier. Fragen Sie aber unbedingt mehrere Personen, um ein annähernd stimmiges Bild zu bekommen. Strukturieren Sie es nach fachlichen und sozialen Skills. Den unangenehmeren Teil, die Frage nach Ihren Schwächen, lassen viele Bewerber leider aus. Auch diese zu kennen, gehört zur Vorbereitung auf ein Bewerbungsgespräch dazu. Belegen Sie sowohl Stärken als auch Schwächen mit Beispielen. Dies fördert im Bewerbungsgespräch die Glaubwürdigkeit. Bei den Stärken wählen Sie 3-5 aus Ihrem Fundus, die für den Job relevant sind. Bei den Schwächen nennen Sie im Bewerbungsgespräch eine, eine zweite haben Sie in der Hinterhand, sozusagen als Reserve. Um bei penetrantem Nachfragen vorbereit zu sein. Mehr als zwei werden in der Regel nicht erwartet. Die Schwäche sollte zwar für die Position eine gewisse Bedeutung haben, aber nicht wesentlich sein. Lassen Sie bitte den Nonsens und sagen: „Ich habe eine Schwäche für Schokolade“. Für einen Vertriebsmitarbeiter wäre beispielsweise eine Schwäche im Bereich Projektmanagement legitim. Der soll ja verkaufen und keine Projekte leiten.
04 Trainieren Sie auf das Bewerbungsgespräch
Im Gespräch brauchen Sie zu Beginn ein Thema für einen Smalltalk. Recherchieren Sie im Internet über das Unternehmen, da finden Sie häufig Anknüpfungspunkt. Oder schauen Sie sich zuvor am Firmengelände um, sofern das möglich ist. Anhand von Gebäudestrukturen sind Verwaltung, Lager oder Produktion leicht zu erkennen. Fragen nach: „Wie viele Einheiten werden täglich gefertigt?“ oder „Wie viel Stellplätze hat das Lager?“ haben sich bewährt. Bei Mittelständlern läuft schon mal ein Hund über das Gelände. Eine Frage nach dem Namen ist zu empfehlen, eine nachfolgende Geschichte um den Hund ist meist zu erwarten.
Ihren Vortrag hinsichtlich Ihres Lebenslaufes haben Sie zu Hause trainiert. Ihrem Partner, einem guten Freund oder auch einem Bewerbungstrainer bereits mehrfach vorgetragen. Die Story ist schlüssig, bringt die berufliche Highlights und die jeweilige Wechselmotivation auf den Punkt. Labern Sie nicht, sprechen Sie kurze Sätze, modulieren Sie Ihre Stimme und langweilen Sie nicht. Maximal 10 Minuten. Anschließend nehmen Sie Ihren Text auf. Haben Sie sich länger nicht beworben oder Sie müssen kurzfristig auf ein Vorstellungsgespräch, ist diese Aufnahme Gold wert. Die Antworten auf die kritischen Fragen haben Sie ebenfalls trainiert und aufgenommen. Notfalls holen Sie sich den letzten Feinschliff auf der Fahrt zum Unternehmen, indem Sie sich Ihren Text während der Fahrt erneut anhören. Eine freundliche Begrüßung und ein Lächeln, ebenfalls zuvor trainiert, eröffnen dann Ihren perfekten Auftritt.
05 Geben Sie bei einer Absage nach einem Bewerbungsgespräch nicht auf
Sollten Sie es beim ersten Mal schaffen, sind Sie entweder ein Naturtalent oder die Bewerberdichte war nicht besonders hoch. Im ersten Fall machen Sie sich als Bewerbungstrainer selbstständig, im zweiten Fall, Gratulation zu Ihrem neuen Job. In der Regel wird es aber nicht gelingen. Die Dichte und die Anzahl der Bewerber sind einfach zu groß. Zwischen 50 und 300 sind es, nach unserer Erfahrung. Viele sind von Bewerbungsberatern trainiert, dies ist heute Gang und Gebe. Erhalten sich nach ca. 10 schriftlichen Bewerbungen keine Einladung, machen Sie grundsätzlich etwas falsch. Scheitern Sie in mehr als 5 Gesprächen, läuft hier ebenfalls was schief. Oft sind es Themen, die wir selbst nicht erkennen. Dies sind die sogenannten „schwarzen Flecken“. Hier hilft dann nur der externe Blick.